05.10.2009 Mega Happy-End für Rottimädel Orlane










 

 

Mega Happy-End für Rottimädel Orlane: Aus einer französischen Tötungsstation im Dezember 2008 in letzter Minute gerettet und nun seit 2 Monaten bei tierlieben Menschen in Eschweiler zu Hause.

 

 
 



Ich kann mich noch genau an den 05.12.08 erinnern: der Tag, an dem ich sie zum ersten Mal sah: Orlane, eine kleine, pummelige Rottimix-Dame, welche eine beherzte Tierschützerin aus einer französischen Tötungsstation gerettet und nach Aachen gebracht hatte. Sofort und unwiderruflich verliebte ich mich in Orlanes' süsse treue Äuglein.
 
Sofort waren wir ein absolutes Dreamteam, auch wenn sie mir bei manchem Spaziergang den allerletzten Nerv raubte. Vor allem die ersten Gassirunden mit ihr hatten es in sich: Orlane kannte nichts, aber auch gar nichts!!! Jeder Laternenpfahl wurde dreimal von oben bis unten beschnuppert, Busse und LKW wurden angebellt und sie wollte diese anspringen, und auch Artgenossen - egal ob weiblich oder männlich - waren ihr nicht ganz geheuer. Für Orlane war alles Neuland, und ich habe manches Mal gedacht: "Könntest Du mir nur erzählen, was Du so alles in Deinem bisherigen Dasein erlebt hast." Mit und mit wurde Orlane ein wenig ruhiger, da sie nun Tag für Tag mit mir spazierenging und alles kennenlernte. An einem Abend fuhr ich später zum Tierheim, und ein anderer Pate kam mir mit "meiner Orlane" entgegen. Schon von weitem hörte ich sie "röcheln und husten", so dass ich dem Paten riet, sofort umzukehren und Tierheimtierarzt Johannes Haberkorn einen Blick auf sie werfen zu lassen. Orlane hatte eine Kehlkopfentzündung, und auch eine Herzinsuffizienz wurde diagnostiziert. Aber: für meine kleine, tapfere Französin kein Problem. Schnell war die Kehlkopfentzündung ausgeheilt, und die Tabletten für ihren leichten Herzfehler taten das übrige. Orlane war ein richtiges "Steh-auf-Männchen": immer gut drauf, stets zu Scherzen aufgelegt und den Schalk im Nacken. Ich liebte diese Hündin, und hätte ich nicht schon ein eigenes Rottimädel namens Kira zu Hause: Orlane wäre ganz schnell meine neue Hündin geworden. 

Auch die überflüssigen Pfunde waren zwischenzeitlich gepurzelt, und Orlane mauserte sich zu einer wirklich bildschönen Hündin mit glänzendem Fell und Modelmaßen.

 

 
Im Tierheim sprach es sich herum, dass Orlane ein kleiner Juwel war, und hier und da gingen nun auch andere Paten mit ihr spazieren und waren restlos von dieser liebenswürdigen Rottimaus begeistert. Aber: ich war die Erste, die sie samstags nach ihrer langen Reise von Frankreich nach Aachen aus ihrem Tierheimzwinger herausgeholt hatte, und das hat Orlane nie vergessen !!!!
 
Tja, und dann war es am 22.04.2009 soweit: es meldeten sich Interessenten an für "meine Orlane". Ich wollte gerade mit ihr auf eine Wiese fahren, wo die Tierheimhunde frei laufen dürfen, als diese mich ansprachen. 

Mit Andreas und Birgit im Schlepptau (so hiessen die beiden Interessenten) fuhren wir dann zur besagten Wiese. Orlane hatte den Beiden gegenüber keinerlei Berührungsängste, und in mir keimte leise die Hoffnung auf, dass ein neues Herrchen/Frauchen und somit ein kuscheliges Zuhause für meine Süsse in greifbare Nähe rückten. 
 
Bis dahin war es aber noch ein langer Weg. Andreas und Birgit nahmen sich Zeit, Orlane kennenzulernen. Und das war gut so, denn da "Madame Orlane" immer noch nicht ganz pflegeleicht war und hier und da ihre Macken hatte, gab es auch einige Rückschläge; der Tiefpunkt kam dann, als Orlane im Zwinger einmal sowohl nach Andreas als auch nach Birgit geschnappt hat. Da war dann erst einmal Funkstille, denn die Beiden mussten diese Reaktion von Orlane verständlicherweise verdauen. Ich sah das neue liebevolle Zuhause für Orlane in weite Ferne rücken, und hätte der Süssen am liebsten ihren kleinen, behaarten Hals umgedreht. Aber so war sie: wibbelig und quirlig; wer weiss, warum sie geschnappt hatte? Vielleicht sogar nur aus purem Übermut.
 
Gottlob siegte letztlich dann doch die grosse Zuneigung, die Andreas und Birgit mittlerweile für Orlane empfanden. Das Geschehene wurde unter "Kann passieren; wir lassen uns nicht unterkriegen" verbucht und "Mission Orlane" ging in die nächste Phase. Orlane verbrachte zwei Wochenenden bei den Beiden zu Hause, um gemeinsam das "Familienleben" zu proben. Und alle drei genossen diese Stunden fernab vom Tierheimgebell und kamen sich sichtlich näher. Und als ich dann im Juni eine Woche auf Mallorca verweilte, erreichte mich eine SMS der Beiden, indem sie mir mitteilten, dass sie Orlane für immer ein neues Zuhause schenken wollten. Ich war überglücklich!!! Und als auch der lange geplante Urlaub von Andreas und Birgit endlich vorbei war, kam der grosse Tag: Ende Juli zog Orlane endgültig nach Eschweiler in ein Zuhause um, von dem manche Hunde ihr Leben lang träumen!!!!
 

Nun sind schon mehrere Wochen ins Land gezogen. Am Wochenende habe ich nun Orlane zum zweiten Mal in ihrer neuen Heimat besucht. Da sie mit Andreas und Birgit die Hundeschule besucht (zur Zeit hat "Madame" sogar einen Einzeltrainer!), wurde mir stolz vorgeführt, was Orlane schon alles gelernt hat; und, was soll ich sagen: ich habe Rotz und Wasser vor Rührung geheult. Ich bin so stolz auf mein haariges "Patenkind", und auch Birgit und Andreas sind ganz toll in ihre Rolle als stolze Hundebesitzer hineingewachsen (vorher waren sie nämlich Katzenfans und hatten von Hunden und deren Erziehung überhaupt keine Ahnung).

 

Als Fazit dieser Geschichte gibt es mehrere Punkte, die ich anbringen möchte:

1. Auch Listenhunde (und dazu gehört Orlane als Rottweiler-Mix auch) haben eine Chance verdient!!!! In Eschweiler sind Birgit und Andreas als Besitzer zwei Jahre davon befreit, Hundesteuer zu zahlen, da sie einem Tierheimhund ein neues Zuhause schenken. Lassen Sie sich diesbezüglich doch einfach einmal im Tierheim Aachen beraten.

2. Man darf nicht aufgeben, die Liebe eines Hundes zu erwerben. In Orlanes Fall haben die neuen Besitzer nicht aufgehört, Orlane eine Chance zu geben, was letztlich zum Happy End für alle Beteiligten geführt hat. Orlane hat mit Sicherheit viel Schlimmes in ihrem bisherigen Leben erdulden müssen, und dann muss man als Besitzer in spe mit viel Fingerspitzengefühl und Verständnis an die Sache herangehen; ansonsten ist die Sache von vorneherein zum Scheitern verurteilt! Birgit und Andreas: ich danke Euch - auch im Namen vom Tierheim Aachen -, dass Ihr nicht aufgegeben habt!!!! Hätten doch noch mehr Menschen soooo viel Geduld, Mut und Einfühlungsvermögen wie Ihr!!!

3. Für mich als "Patentante" von Orlane war das wieder eine wunderschöne Sache: angefangen mit der Betreuung von Orlane bis hin zu ihrer glücklichen Vermittlung. Auch Pate sein lohnt sich; man wird in vielerlei Hinsicht reich beschenkt. Auch hier kann man sich im Tierheim Aachen beraten lassen oder einfach einmal auf der Tierheim-Homepage nachlesen, wie man Pate werden und aktiv den Tieren im Tierheim Aachen helfen kann. Es lohnt sich wirklich!!!!


Tja, das war die Geschichte von "meiner Orlane", die jetzt gar nicht mehr "meine Orlane" ist. Schon beim ersten Besuch in ihrem neuen Zuhause habe ich beim Abschied versucht, Orlane zu bewegen, mit mir zu kommen. Aber Orlane "klebte" förmlich an Birgits' Bein und bewegte sich keinen Millimeter in meine Richtung oder gar zur Haustüre, was für mich der beste Beweis war, dass die Maus "zu Hause angekommen ist",..., das schönste Geschenk, dass sie mir machen konnte. Ich wünsche Euch 3en alles Liebe und eine wundervolle gemeinsame Zeit und freue mich, in Euch ganz liebe Menschen gefunden zu haben!!! Da wir weiter Kontakt haben, folgt vielleicht in einiger Zeit nochmals ein Bericht über "Eure Orlane". Ich denke, die Leser wird's freuen, beizeiten nochmals von der kleinen Französin zu lesen :)


"Expatin" :) Luise Glass, im Sepember 2009