Zwergkaninchen










Kaninchenhaltung

 

Das Wichtigste zuerst:

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere, man sollte niemals ein Tier in Einzelhaft halten sondern immer ein Partnertier dazu setzen. Am besten geeignet ist die Kombination KASTRIERTES Böckchen und Weibchen. Im Idealfall sind sie ungefähr gleich alt. Andere Kombinationen können funktionieren, sind aber in der Regel komplizierter. Beachten sie bitte, dass zwei unkastrierte Rammler sich in Rangordnungskämpfen tödlich verletzen können!!!

Wenn sie zwei Weibchen halten, kann es auch hier zu wüsten Kämpfereien kommen, auch wenn sie sich anfangs gut vertragen. Nehmen Sie im Zweifelsfall lieber den „Aufwand“ einer Kastration in Kauf, als nervenaufreibenden Stress und Risiken von Verletzungen einer Vergesellschaftung von gleichgeschlechtlichen Tieren. Alle Böckchen im Tierheim werden sowieso nur kastriert abgegeben.

Wenn Sie ein Partnertier ausgewählt haben, beachten Sie bei der Zusammenführung folgende Tipps: generell gilt: Es ist einfacher, das Weibchen zum Männchen zu setzen, als umgekehrt. Weibchen neigen zu einem ausgeprägteren Revierverhalten, als Männchen. Sollten Sie ihr Tier im Käfig halten, setzen Sie bitte niemals sofort ein neues Böckchen in den Käfig des Weibchens. Gut ist, wenn Sie den Tieren zum Kennenlernen einen neutralen Raum (kann vorübergehend der Flur sein) zur Verfügung stellen. Im Käfig ist definitiv zu wenig Platz!!!

 

Es ist normal, wenn erstmal die Fetzen (bzw. Fell) fliegen. Jagen, Klopfen, gegenseitiges Berammeln usw. ist normal. Das Rammeln kann auch vom Weibchen ausgehen. Es ist ein normales Verhalten, das zur Klärung der Rangordnung dient. Nur wenn es zu blutigen Beißereien kommt, sollten Sie die Tiere trennen. Planen Sie ein paar Tage Kennenlernzeit ein. Es gibt Pärchen, die aufeinander zu hoppeln, sich beschnuppern und gleich kuscheln, es gibt auch Pärchen, die zuerst Radau machen und nach drei Tagen ein Herz und eine Seele sind. Wenn sie erlebt haben, wie gerne und ausgiebig Kaninchen miteinander kuscheln und eng aneinander liegen, werden sie sehen, wie goldrichtig Ihre Entscheidung war, zwei Tiere zu nehmen. Nur in absoluten Ausnahmefällen vertragen sich zwei Tiere nicht miteinander.

Ein Meerschweinchen ist nicht als Partner geeignet. Sie können (mehrere) Meerschweinchen zwar in ein Gehege zu mehreren Kaninchen setzen, aber jede Gattung braucht ihre eigenen Artgenossen. Meerschweinchen kommunizieren völlig anders als Kaninchen. Sie haben sich gegenseitig aber nichts zu sagen. Das wäre so, als lebten Sie nicht mit Ihrer Familie sondern mit Schimpansen zusammen! Auch Sie selbst können sich noch so liebevoll um Ihr Kaninchen kümmern, Sie werden ihm nie den Artgenossen ersetzen.

 

Keine Käfighaltung!

Man weiß es ja erstmal nicht anders… Im Zoo“fach“handel, werden die üblichen Käfige angeboten, so dass der Gedanke nahe liegt, dass man Kaninchen eben im Käfig hält. Wenn man sich mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzt, wird klar, dass diese Haltungsform nicht artgerecht sein kann. Kaninchen möchten laufen, Haken schlagen, Männchen machen, in Höhlen kriechen, buddeln, sich gemütlich ausstrecken usw. Und sie sind Fluchttiere. Im Käfig sind Sie Händen, die nach ihnen greifen ausgeliefert und es bleibt nur der Weg nach vorne.

Viele Kaninchen sind im Käfig aggressiv, knurren, machen Drohgebärden. Diese Tiere sind nicht generell aggressiv. In anderer Haltungsform hört dieses Verhalten meist schlagartig auf. Dasselbe gilt für nerviges Dauerrütteln an Gitterstäben, so dass man nachts kaum schlafen kann. Nicht jeder kann und will seinen Tieren ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen. Das muß auch nicht sein. Sie können mit Gitterelementen Teile eines Zimmers abtrennen, wo ihr Kaninchenpaar leben soll. Man rechnet dabei pro Tier 2 m² . Oder Sie können kreative Lösungen selber bauen. Vorschläge dazu finden Sie zahlreich im Internet ( Innen / Außengehege für Kaninchen). Wenn Sie ihre Tiere im Käfig halten und ihnen Auslauf in der Wohnung bieten, sobald Sie nach Hause kommen, bedenken Sie bitte, dass Kaninchen dämmerungsaktiv sind. Das bedeutet, dass die Tiere in den frühen Morgenstunden und am späten Abend ihre Hochphasen haben. Wenn Sie noch schlafen, schon zur Arbeit gegangen, oder ins Bett gehen…also die Zeiten, wo die Tiere im Käfig sitzen, weil der Mensch keine Zeit hat sie rauszulassen…

 

Kein Kinderspielzeug

Schaffen Sie generell kein Tier – egal welches – für Ihr Kind an, wenn Sie nicht selber bereit sind, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Im Grunde genommen müssen Sie selbst ein Kaninchen wollen und nicht nur ihr Kind. Kinder verlieren schnell die Lust an einer Sache und auch an einem Tier. Ein „süßes Kaninchenbaby“ wird schnell groß und Kaninchen können bis zu 10 Jahren alt werden. Kaninchen sehen süß aus, puschelig, kuschelig, flauschig. Aber noch lange nicht jedes Kaninchen mag gestreichelt werden und erst recht nicht auf den Arm genommen werden. Darüber hinaus sind Kaninchen schreckhaft (Fluchttiere) und lärmempfindlich.

 

Ernährung und Pflege

Das wichtigste Grundnahrungsmittel ist Heu. Gutes Heu riecht angenehm, ist grünlich und nicht grau oder braun, hat längere Halme und nicht nur kleingeschnittene Fitzel. Heu muß immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und sollte täglich neu aufgefüllt werden. Kaninchen müssen immer fressen können, da sie einen Stopfmagen haben. Sie nehmen am Tag ca.80 kleine „Mini-Mahlzeiten“ zu sich. Probieren Sie verschiedene Sorten Heu aus, wenn Ihre Tiere eine nicht mögen, bieten Sie eine andere an. Heu ist unerlässlich für die Verdauung und sehr gut für die Zähne. (Bei sogenannten „Zahnkaninchen“ kann Heufütterung dazu beitragen, dass sich der Zustand der Zähne bessert oder sogar reguliert.) Man meint zwar, dass hartes Brot prima für den Zahnabrieb geeignet ist, aber in erster Linie ist Brot ein Dickmacher und leider oft von Schimmelsporen befallen (auch wenn man es selber noch nicht sieht) Besser ist Knäckebrot. Zum Nagen eignen sich u.a. Zweige von Apfelbaum, Haselnuss (ungespritzt!).

Ganz wichtig ist auch Frischfutter. Verfüttern Sie nie welkes oder nasses Grünzeug. Das kann zu schlimmen Verdauungsstörungen führen. Möhren, Sellerie, Fenchel, Chicoree, Petersilie, Löwenzahn, mal ein Stück Apfel sind sehr beliebt. Passen Sie auf bei Kohl. Auch hier können schlimme Verdauungsstörungen die Folge sein. Kohlrabiblätter werden im Allgemeinen aber gut vertragen. Trockenfutter aus dem Handel kann gegeben werden, muß aber nicht. Dabei gilt: in Maßen und nicht in Massen. Wenn Sie mal auf die Inhaltsstoffe auf den bunten Tüten im Handel schauen, werden Sie sich vielleicht fragen, ob Kaninchen in der Natur Joghurtdrops, kleine bunte Bärchen, Zucker, Honig, Bäckereinebenerzeugnisse etc. vorfinden würden.

Auch dazu gibt es zahlreiche Infos im Internet. http://www.diebrain.de/k-index.html (ein toller Link mit vielen weiteren Infos!!!)